Dürresommer 2018 - Herbstliche Farben im August


Buche in Herbstlaub am Ziegenberg bei Höxter Anfang August (Foto: Esther Tewes)

Es ist ein Sommer der Extreme. Bäume werfen im Juli ihre Blätter ab, Wildtiere finden nicht mehr genug Wasser in den Wäldern und Schmetterlinge ziehen sich zum Nektarsaugen in den Schatten zurück. Die anhaltende Dürre im Kreis Höxter macht allen zu schaffen.

Die Ursachen für die aktuelle Extremwetterlage sind vielfältig, doch scheinen vor allem Stausituationen in der oberen Atmosphäre, der sog. Troposphäre, für die ausdauernde Hitzewelle verantwortlich zu sein. Dadurch bewegen sich die Hoch- und Tiefdrucklagen kaum von der Stelle und hängen fest. Als Folge entstehen Extremwetterlagen wie die aktuelle Hitzewelle über Deutschland. Inwieweit der Klimawandel für diese Extreme verantwortlich ist, lässt sich nicht hinreichend beantworten. Jedoch sind die Fachleute sich einig: solche Wetterereignisse haben in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen und werden auch in Zukunft mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auftreten.

Doch was bedeutet das für unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt? Die aktuellen Bilder wirken befremdlich, wenn nicht sogar bedrohlich. Laubbäume werfen bereits im Juli ihre Blätter ab, um sich vor dem „Verdursten“ zu schützen. Vor allem junge Bäume mit ihren noch unreifen Wurzeln haben es schwer an das kostbare Grundwasser zu gelangen. Ohne die zusätzliche Unterstützung durch Menschenhand würden viele frisch angepflanzten Bäume vertrocknen. Mitarbeiter der Landschaftsstation sind zum Beispiel im gesamten Kreisgebiet unterwegs, um seltene Jungbäume durch gezieltes Bewässern vor dem Vertrocknen zu bewahren.

Auch die heimischen Wildtiere leiden unter der Dürre. Viele Teiche und Tümpel sind bereits ausgetrocknet und zahlreiche Flüsse und Seen erreichen einen kritischen Wasserpegel. Infolgedessen finden viele Vögel und Insekten nicht mehr genug Wasser. Wassertränken im eigenen Garten oder auf dem Balkon können über die trockenen Tage hinweghelfen. Dazu eignen sich v.a. flache Schalen mit Steinen oder Ästchen, die die Insekten vor dem Ertrinken retten sollen. Zudem sollten die Tränken katzensicher aufgestellt werden.

Auch das gute Vieh hat es schwer. Schafe, Kühe und Co leiden zunehmend unter Hitzestress und finden kaum noch Futter auf den verdorrten Weiden. Nutztiere auf der Weide sollten daher immer die Möglichkeit haben, sich in den Schatten zurückziehen zu können. Zudem muss zu jeder Zeit ausreichend Wasser in der Tränke vorhanden sein und bei Bedarf zusätzliches Futter auf den Weiden liegen.

Jeder von uns kann also etwas tun, um der Natur ein wenig unter die Arme zu greifen. Also halten Sie die Augen offen und packen Sie zu, denn nicht nur der Mensch hat unter dieser extremen Wetterlage zu leiden.

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