Das Steinerne Haus


Die historische Fassade und der Eingang zum Steinernen Haus (Foto: NRW-Stiftung/Frank Grawe)

Im Mittelalter gehörten aus Stein errichtete Häuser zu den Raritäten. Das um 1300 erbaute Steinerne Haus war zu jener Zeit das einzige aus massivem Stein errichtete Gebäude in der Stadt Borgentreich. Die Zisterziensermönche des Klosters Hardehausen nutzten es über vierhundert Jahre lang als Zehnthaus. Sie lagerten hier Getreide, Obst und Heu - das Zehntel der Ernte, das die Bauern der Kirche als Steuer zahlen mussten.

Nach der Säkularisierung im Jahr 1803 ging das Kloster an den preußischen Staat, der das Steinerne Haus 1848 an die Stadt Borgentreich verkaufte. Von 1920 bis 1952 diente das Gebäude als Schule, wurde danach noch einige Jahre als Wohnung genutzt und stand schließlich rund drei Jahrzehnte leer – bis die am Aufbau einer Biologischen Station interessierten Vereine bei der Suche nach einer Geschäftsstelle auf das städtische Gebäude aufmerksam wurden.

Der denkmalgeschützte Dachstuhl des Steinernen Hauses (Foto: NRW-Stiftung/Frank Grawe)

Heute ist das Steinerne Haus wiederum eine Rarität: Das Gebäude mit den wuchtigen Mauern und den kleinen Fenstern ist nicht nur das älteste Haus Borgentreichs, sein Gewölbe aus dem Ende des 12. Jahrhunderts gilt als ältester Keller der Region. Doch auch die zur Jahrtausendwende durchgeführten Umbaumaßnahmen machen das Steinerne Haus zu einer Besonderheit. In enger Abstimmung mit der Stadt Borgentreich beantragte die Landschaftsstation bei der NRW-Stiftung eine finanzielle Förderung zur Sanierung des Gebäudes. Die Maßnahmen waren so geplant, dass aus dem Steinernen Haus ein modernes Niedrigenergiehaus wurde. Die erfolgreiche Sanierung des Gebäudes verdankt die Landschaftsstation insbesondere dem Warburger Architekten Klaus Schulz, der seine Leidenschaft für ortsbildprägende historische Bauten als uneigennütziger, mit vollem Herzen engagierten Motor der baulichen Maßnahmen zum Wohle des Vereins und der Stadt ausleben konnte.

Der fast 900 Jahre alte Gewölbekeller (Foto: NRW-Stiftung/Frank Grawe)

Dem Denkmalschutz bleibt so ein Schmuckstück erhalten. Zudem besitzt hier nicht nur der Naturschutz im Kreis Höxter seit Anfang des 21. Jahrhunderts eine feste Adresse auch der Bundesverband der Regionalbewegung sowie die örtliche Bürgerinitiative „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal“ sind mit ihren Geschäftsstellen seit vielen Jahren fester Bestandteil im Steinernen Haus.

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