Start News & Infos Insektenhotel
Insektenhotel PDF Drucken E-Mail

Ein Insektenhotel ist eine künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten, die seit den 1990er Jahren vor allem bei naturnahen Gärtnern und in der Schulbiologie zunehmend Verbreitung findet.

Es gibt Insektenhotels in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Ausstattungen. Zumeist sind sie auf "nützliche Insekten" ausgerichtet.

Die Formenvielfalt reicht von kleinen kreativen Einzelbauten bis zu meist wandartigen großen, individuell gestalteten Insektenhotels. Sie können sowohl an Bäume oder vorhandene Gebäudewände angelehnt oder vorgebaut als auch freistehend aufgebaut sein.

Wichtig ist es, bei der Errichtung eines solchen Bauwerkes die Süd/Westexposition zu berücksichtigen und für ein reichhaltiges Blütenangebot für die Wildbienen zu sorgen.

Das Foto zeigt das Insektenhotel im Garten des Steinernen Hauses in Borgentreich, welches von den Zivildienstleistenden der Landschaftsstation errichtet wurde.

Insektenhotels bestehen überwiegend aus Naturmaterialien, unter anderem aus Holz (Baumscheiben, Äste, Holzwolle), Baumrinde, Stroh, Heu, Schilfrohr, Bambusstäben, Reisig, Torf und Lehm.

Daneben werden lediglich poröse, durchlöcherte Backsteine, Terrakotta-Blumentöpfe und manchmal Plastikrohre zur Befüllung verwendet. Teilweise werden Metalle zur Befestigungen und eventuell als vorgespanntes Drahtgitter zum Schutz vor Vögeln, sowie Dachpappe oder ähnliche Abdeckungen eingesetzt. Witterungsbeständige Lasur zum Schutz des verwendeten Bauholzes oder zur bunten Gestaltung einiger Holzteile wird ebenfalls gern verwendet.

Wichtig dabei ist, dass die Füllmaterialien trocken und alle Hölzer frei von chemischen Holzschutzmittel sind.

Viele fragen sich, wofür die einzelnen Materialien dienen. Hier ein paar Beispiele:

Ziegel Spaltenverstecke für Spinnen, Ohrwürmer etc.
Holzscheiben

eingebohrte Löcher dienen als Niströhren mit unterschiedlicher Größe für unterschiedliche Wildbienen

Wichtig! Keine harzenden Hölzer verwenden!

Bambusstäbe / Rohr

Im weichen Stengelinneren werden die Niströhren von den unterschiedlichen Wildbienen selbst angelegt.

Lehmwand für Mauerbienen, Lehmwespe etc.

 

Warum es notwendig ist, unterschiedlich große Bohrlöcher anzubieten sollen die folgenden Beispiele aufzeigen:

Besiedler Körpergrösse Proviant Art des Nistverschlusses Weite des Nisteinganges
Mauerbienen 8 - 14 mm Pollen (Bauchsammler) rauher Mörtel 3 - 7 mm
Scherenbienen 6 - 10 mm Pollen (Bauchsammler) sehr harter Mörtel 3 - 6 mm
Löcherbienen ca. 7 mm Pollen (Bauchsammler) Harz mit Steinchen 2 - 5 mm
Blattschneiderbienen 9 - 12 mm Pollen (Bauchsammler) Blattstücke 5 - 6 mm
Ur-oder Maskenbienen 5 - 7 mm Pollen und Nektar (werden am Kopf gesammelt) seidiges Sekret 2 - 4 mm
Töpfer-Grabwespen 6 - 12 mm Spinnen rauher Mörtel 3 - 6 mm
Blattlaus-Grabwespen 5 - 7 mm Blattläuse Harz, oft mit Steinchen oder Spänchen 2 - 5 mm
Mörtelwespen 8 - 15 mm raupenförmige Larven glatter Mörtel 3 - 6 mm
Mauer-Lehmwespen 8 - 15 mm Blattkäferlarven glatter Mörtel 3 - 6 mm