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Wenn Wolf und Luchs auf Schafe treffen E-Mail

Neue Westfälische vom 08.09.2010

Nabu-Präsident Olaf Tschimpke debattiert mit Experten über die Rückkehr wilder Tiere

VON JOSEF KÖHNE

Kreis Höxter/Marienmünster. So vielfältig wie die Natur sind die Probleme, die den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) aktuell beschäftigen. Das machte Präsident Olaf Tschimpke im Gespräch mit Naturschützern und Behördenvertretern im Kreis deutlich. Im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour besuchte er die Nabu-Geschäftsstelle die Region und warb für den fairen Umgang mit Wölfen und Luchsen.
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Schafe sind Landschaftspfleger (Foto: Köhne)

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Olaf Tschimpke zeigte sich von den kreisweiten Aktivitäten beeindruckt und lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Nabu, Landschaftsstation und Kreisverwaltung. Nun gelte es, gemeinsam Wege zu finden, dem vereinzelt gesichteten Luchs und Wolf in seiner alten Heimat wieder einen Platz zu geben.


Dem stehe grundsätzlich nichts im Wege, erklärte die Verbandssprecherin der Schäferschaft, Ortrun Humpert. Es sei auch kein weltbewegendes Ereignis, wenn das eine oder andere Schaf gerissen werde. Problematisch sei allerdings die Haftungsfrage, wenn ganze Herden auf viel befahrene Straßen oder in Tunnel getrieben würden. Versicherungen könnten in einem solchen Fall nicht in Anspruch genommen werden. So sei auch der Verlust des einen oder anderen Tieres zu verschmerzen, wenn es sich nicht um ein Zuchttier aus einer vom aussterben bedrohten Rasse handele. Die Schäfer hätten ohnehin einen schweren Stand. Aber ohne ihren Einsatz könne der Natur- und Artenschutz, somit das Kulturland Kreis Höxter, nicht erhalten werden. Dennoch, so auch ihre Meinung, stünden Wolf und Luchs auch hier Lebensräume zu.
Als Vertreter der Jäger äußerte Landrat a. D., Hubertus Backhaus, die Sorge der Schäfer sei berechtigt. Um die dort notwendige Hilfen zu geben, seien Länder, Bund und EU gefordert. Er warne aber davor, in Manier der Boulevardpresse die Angst vorm "bösen Wolf" zu schüren.

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