Amphibien wandern los


Erdkröte vor Autoreifen

Amphibien wagen sich aus ihren Winterquartieren 

Nach der strengen Kälte weisen die inzwischen frühlingshaften Temperaturen fast schon Rekordwerte für den Februar auf. Dieser ungewöhnlich rasante Wetterwechsel zur Monatsmitte wirkt sich nun auf die heimischen Amphibien aus. Milde Temperaturen um die 5°C in den Abendstunden locken Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren und lösen bei feuchter Witterung den „Wanderreiz“ aus. Dann machen sich die Amphibien auf den Weg zu dem Gewässer, aus welchem sie selbst einst aus dem Ei schlüpften. In der Regel müssen sie dafür eine Straße überqueren – eine tödliche Falle.

Die wechselwarmen Tiere können ihre Körpertemperatur nicht selber bestimmen, d.h. sie bewegen sich bei den immer noch niedrigen Temperaturen nur sehr langsam. Eine Straßenquerung kann also lange andauern. Zudem nutzen insbesondere Krötenmännchen die Wärme, die der Asphalt in den Abendstunden noch abstrahlt und warten dort auf wandernde Weibchen, von welchen sie häufig auf ihren Rücken mit zum Laichgewässer getragen werden. Ein weiteres Handicap: werden Erdkröten vom Scheinwerferkegel herannahender Autos erfasst, verharren sie in einer Schreckstellung. Eine in der Regel tödliche Strategie.

Selbst wenn Amphibien bei umsichtiger Fahrweise nicht direkt von den Reifen erfasst werden, wirkt sich der Strömungsdruck der Autos ab Fahrgeschwindigkeiten über 30 km/h in der Regel tödlich für die sich unter dem fahrenden Auto befindlichen Tiere aus.

Ein umsichtiges Fahrverhalten sollte zumindest auf Nebenstrecken möglich sein, auf denen entsprechende Schilder auf die Laichwanderung der Amphibien hinweisen. Der grundsätzliche Konflikt zwischen der Automobilität und der heimischen Tierwelt ist zwar kaum lösbar, jedoch sollten zumindest die aktuellen Maßnahmen zum Schutz der Laichwanderung beachtet werden. Dazu gehören Straßensperrungen, beispielsweise an der K 34 zwischen dem Ortsausgang Bühne und Muddenhagen. Die Sperrung gilt lediglich in der Zeit zwischen 18.00 - 6.30 Uhr, wurde in der Vergangenheit aber leider nicht immer respektiert, obwohl das Umfahren der Sperrung lediglich 1-2Minuten mehr Fahrzeit in Anspruch nehmen würde.

Die Landschaftsstation im Kreis Höxter engagiert sich seit langem im Amphibienschutz durch die Wartung festinstallierter Schutzzäune und stellt zudem an mehreren Brennpunkten der Amphibienwanderung mobile Schutzzäune inklusive sogenannter Amphibienboxen auf. Diese Anlagen müssen täglich betreut und kontrolliert werden, da die Amphibien bei ihrer Wanderung entlang der Schutzzäune in den Fangboxen landen. Dankenswerterweise haben ehrenamtliche Amphibienschützer an verschiedenen Standorten diese Aufgabe übernommen.

Die Borgentreicher Station freut sich über weitere  Hinweise auf mögliche, noch nicht bekannte Populationen und bittet vor allem an folgenden Brennpunkten der Amphibienwanderung um eine möglichst aufmerksame Fahrweise:

Wanderschwerpunkte Nordkreis:

  • K 65 zwischen Abtei Marienmünster und Kollerbeck (Vollsperrung zwischen 19.00 – 6.00 Uhr)
  • K 50 zwischen Istrup und Herste
  • K 9 Bad Hermannsborn in Richtung Reelsen
  • K 67 Bereich Löwendorfer Wald zwischen Löwendorf und Hohe Haus
  • K 56 zwischen Kreismülldeponie und Amelunxen
  • B 239 zwischen Fürstenau und Löwendorf
  • B 64 zwischen Höxter und Nachtigall sowie bei Albaxen
  • B 83 zwischen Stahle und Heinsen
  • K 2  auf Höhe von Gut Albrock
  • L 755 zwischen Lütmarsen und Ovenhausen sowie zwischen Merlsheim und der L 954
  • L 820 zwischen Siebenstern und Dringenberg

 

Wanderschwerpunkte Südkreis:

  • B 83 zwischen Blankenau und Beverungen
  • K 20 zwischen Helmern und Fölsen
  • L 820 und K 41 in Höhe Niesen
  • K 19 Ortskern Helmern Richtung Peckelsheim
  • B 7 Scherfede Richtung Meerhof
  • L 837 Ortskern Ikenhausen sowie in Richtung Löwen
  • L 838 Bühne Richtung Haarbrück
  • K 34 Bühne Richtung Muddenhagen (Vollsperrung zwischen 18.00 – 6.30 Uhr)

 

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